Ich habe es am Ende des 2. Teils angesprochen: Nun geht es um die drohende sogenannte Reform des EU-Urheberrechts und hier besonders „Artikel 13“.

Artikel 13

Seit längerem wird in EU Parlament/ Rat/ Kommission über eine Reform des Urheberrechts gesprochen. Artikel 13 betrifft die Haftung durch Plattformen, die Content zur Verfügung stellen, wie eben YouTube, Snapchat, Facebook, DeviantArt usw.

So könnte es dann aussehen…

Die Folgen?

Was wären die Folgen der Änderungen: Unter anderem würde die Haftung für Urheberrechtsverletzungen von den Content-Creators übergehen auf die Platform (YouTube, etc.). Soweit, so gut, würde man denken. Aber – dies bedeutet natürlich in der Konsequenz, das sich YT gegen jede Urheberrechtsverletzung absichern muss. Also entweder nur noch Content zu akzeptieren von Leuten/Firmen etc., mit denen sie entsprechende Verträge geschlossen haben, oder sogenannte Upload-Filter einsetzen mit all ihren Nachteilen (und je nach Entwurf: wehe, es wird ein nicht legaler Upload übersehen…).
Die großen Channels brauchen sich wohl wenig Sorgen machen, aber was ist mit den ganzen vielen kleineren Creators?

Sehr wahrscheinlich auch: Dienste, die mit diesen Themen nicht umgehen können/wollen, werden Geoblocking einsetzen und in der EU nicht mehr verfügbar sein.

Es gibt übrigens 3 Entwürfe, jeweils einen von Parlament, Rat und Kommission. Der Entwurf, mit dem man zur Not noch leben könnte, wäre der des Rates.

Artikel 11

Übrigens ist auch Artikel 11 echt ärgerlich, siehe auf der Seite von Julia Reda. Da geht es um das Leistungsschutzrecht für Presseverleger.
Hier könnte es dazuführen, dass bei geteilten Links keinerlei Ausschnitt aus dem Beitrag mehr angezeigt werden darf, es sei denn, die Platform hat im Vorhinein mit der Quelle eine EU-weite Lizenzvereinbarung getroffen. Wow!

Infos dazu

Ich hoffe, ich habe die rechtlichen Aspekte einigermaßen richtig dargestellt, bitte seht mir etwaige Fehler nach bzw. lasst einen entsprechenden Kommentar da. Hier findet Ihr wichtige Informationen zu dem Thema:

Meine Meinung

Mir kommt das so vor, als ob hier Personen über Dinge entscheiden, die davon Null Ahnung haben. Die aktuelle Probleme mit den Mitteln von gestern lösen wollen. Die die ganze Kreativszene und überhaupt das Internet gar nicht kennen oder verstehen (wollen?).

Ich bin absolut dafür, dass geistiges Eigentum geschützt werden muß. Aber passen zu den heutigen tollen Möglichkeiten im Internet noch die Maßnahmen aus der Vergangenheit? Sollte nicht lieber über vollkommen andere, neue Mittel & Wege nachgedacht werden? Die allen Seiten gerecht werden?

Letztes Update

Der letzte, Trilog-genannte Verhandlungstermin musste aus Uneinigkeit der Mitgliedsstaaten abgesagt werden. Damit wird es unwahrscheinlicher, dass es noch vor den Europawahlen im Mai zu einer Einigung kommen wird. (Quelle: Julia Reda). Sehr gut!!