So, weiter geht es mit dem Projekt „Bestellportal“ 🙂

Hardware-Automat

Eine echt tolle Neuerung und ein vorbereitender Schritt für das Bestellportal war im vergangenen Jahr unser „Hardware-Automat“.

Hardware-Automat
Hardware-Automat

Ja, genau: wir haben hier im Nachbargebäude einen Automaten stehen, in dem man bestimmte Produkte „ziehen“ kann. Zum Beispiel eine Maus, oder ein Headset, Netzteil, Ersatzstifte für das Laptop usw. Alles, was (ich glaube) 100 EUR nicht überschreitet, größenmäßig da rein passt und aus Sicherheitsgründen keine Batterien/Akkus enthält.

Die Aufwände des aktuellen Bestellprozesses (habe ich ja ausführlich beschrieben) übersteigen den Warenwert dieser Kleinartikel um ein zigfaches. Derzeit werden alle Artikelkosten aus dem Automaten pauschal vom IT-Ressort übernommen. Einen Freigabeworkflow gibt es logischerweise nicht.

Hartes Ringen

Ihr könnt Euch vorstellen, was das für Diskussionen vor allem mit dem Betriebsrat ergab. Sieben Monate dauerten die Verhandlungen bis das Ding endlich vom BR freigegeben wurde! Ich war in dem Projekt nicht drin, aber viele der auch beim Bestellportal Mitarbeitenden, und die haben davon erzählt.

Es scheint hier in dem Laden „Führungskräfte“ zu geben, die ihre Daseinsberechtigung daraus ziehen, dass sie georderte Mäuse ihrer Mitarbeitenden bewilligen. Natürlich gab es auch Bedenken des Mißbrauches. Was, wenn sich jemand ein Handykabel für sein privates Smartphone zieht? Na und? Das werden ein paar Leute machen, aber das ist immer noch billiger als das derzeitige Bestellverfahren für ein solches Kabel. Zudem identifiziert man sich mit seinem Mitarbeiter-Ausweis, um einen Artikel zu ziehen.

Es wurden Auswertungen gemacht, welche Artikel wie häufig entnommen werden. Und da konnte bisher kein Schindluder festgestellt werden (der Automat ist nun seit 9 Monaten in Betrieb).

Ich hasse diese pauschalen Vorverurteilungen. Die Einstellung, die dahinter steht, läßt tief blicken.

Wegbereiter

Jedenfalls hat dieser Automat dem Bestellportal den Weg geebnet, in dem er überhaupt ein erster Schritt weg vom Prozeß über die IT_Betreuuer*innen war, und die Diskussion eröffnet hat über

  • wann brauche ich einen Freigabeworkflow
  • wie vernünftig gehen die Mitarbeitenden damit um
  • welche Artikel werden wie oft benötigt usw.

Dieser Hardware-Automat ist jedenfalls echt innovativ, sowas haben hierzulande glaub ich noch nicht so viele Firmen! Die Idee hat unser Bereichsleiter von einem Besuch im Silicon Valley mitgebracht.

Wir können durchaus auch Zukunft 🙂

Ok, _einige_ können Zukunft

In den Kommentaren des Intranetartikels, der den Automaten vorstellte, schreibt doch tatsächlich eine:

Es ist auch eine Verlagerung von Tätigkeiten der Spezialisten (IT-Betreuern) auf die gesamte Belegschaft. Beispiel: An der Kasse beim Supermarkt werde ich immer noch gern von einem Menschen „bedient“ statt die Ware selbst zu scannen und die Karte durch einen Automaten zu ziehen. Der Mensch an der Kasse hat eine sinnvolle Aufgabe und ich persönliche Ansprache.

Ja, ne, is klar…. um eine Maus zu bestellen brauche ich Spezialisten. Zumal diese „Spezialisten“ nix anderes machen, als im Bestellsystem einen Auftrag zu erfassen. Sonst haben die mit dem Vorgang nix zu tun!

Sowas ist meiner Meinung nach mit ein Grund, warum Innovation hier nur in homöopathischen Dosen gelingt. Innerhalb der IT sieht das zum Glück deutlich anders aus, aber sobald man auf die Fachbereiche trifft, ist man im vorletzten Jahrhundert unterwegs. Gerade auch, was die Führungskultur angeht. Zum Glück gibt es natürlich auch da solche und solche. Aber die Vorgesetzten, die sich als „Boss“ im schlechten Sinne verstehen, scheinen noch zu zahlreich zu sein. Es wird viel dafür getan, das zu ändern, aber solche Einstellungen verschwinden natürlich nicht von heute auf Morgen. Ich fürchte, die werden wir auch erst los, wenn diese Personen weg sind.