Total süßer Artikel über stotternde Singvögel.

Zebrafinken

Manche Singvögel stottern. Das ist schlecht für ihre Partnersuche, aber spannend für das Grundstudium stimmlicher Kommunikation.

Auf den ersten Blick ist Erich ein attraktiver Kerl. Er hat einen korallenroten Schnabel, rostbraune Bäckchen, eine schwarze Brust und weiß getupfte braune Flanken – ganz so, wie es sich für einen feschen Zebrafinken gehört. Doch sobald er den Schnabel aufmacht, wird klar, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Bei jedem Lied verheddert er sich bei der letzten Silbe. Statt eines klaren Finales wiederholt er den abschließenden Laut immer wieder: qui, qui, qui. Es hat keinen Sinn. Und klingt irgendwie unbeholfen. Man ahnt Verstörendes: Erich stottert.

Zebrafinken mögen sich dasselbe fragen wie die Wissenschaftler, die Erich untersuchen:Warum kann er nicht so schön singen wie alle Vögel?

Singvögel zählen nämlich – neben Walen, Fledermäusen und dem Homo sapiens – zu den wenigen Wesen, die Sprache nicht spontan entwickeln, sondern durch Nachahmung lernen.
Quelle: Zeit.de