Die erste europäische Sammelabschiebung fand unter deutscher Federführung in Hamburg statt. Was wurde aus den 32 Afrikanern, die in dieser Nacht an Bord waren?

Artikel aus dem ZeitMagazin Leben (Link)

Sehr eindrucksvoller Beitrag. Er hat mich mal wieder zum Grübeln über das Abschieben von Ausländern gebracht.

Ich bin absolut keine Anhängerin des ideologischen Gutmenschtums. Aber ob es wirklich ok ist, eine Familie, die seit 13 Jahren (unbescholten!) in Deutschland lebt, zurück in ein Entwicklungsland (Togo) zu verfrachten, kann ich nicht nachempfinden.

Die Kinder waren Babys, als sie nach D kamen oder wurden sogar erst hier geboren. Die Familie spricht auch zu Hause nur Deutsch, die Kinder sind in ihren Schulen völlig integriert, der eine Sohn hatte einen Ausbildungsplatz bekommen. Der Asylantrag, den die Eltern damals gleich nach Ankunft stellten, wurde abgelehnt, sie wurden nur geduldet.
Vom Gesetz her ist die Abschiebung rechtens. Aber ist sie auch menschlich vertretbar ? Die Kinder kommen in Togo ungefähr genausogut zurecht, wie ich es käme, nämlich kaum. Sie sind dort genauso Fremde wie ich es wäre.
Die Stadt, in der sie in D lebten, unterstützt die Familie jeden Monat finanziell, damit sie sich da unten überhaupt eine Bleibe leisten können.

Sollte man sich nicht besser abschiebetechnisch auf die Personen konzentrieren, die hier kriminell wurden, die sich überhaupt nicht integrieren (wollen), die eigentlich kein Interesse daran haben, hier heimisch zu werden ?
Es handelt sich ja immer um Einzelfallentscheidungen, da kann doch abgewogen werden ?!