Freitag hatte ich die zweite Reitstunde auf dem „neuen“ Pferd V. (er ist auch schon 17). Puh, das ging hart an meine Grenzen. Ich hatte eine extrem schlechte Woche hinter mir inkl. 2 miesen Nächten, war dementsprechend zart besaitet. Die Reitlehrerin dort im neuen Stall ist meiner Meinung nach schon völlig ok und nett, aber sie ist deutlich strenger als meine alte. Am Freitag hatte ich echt teilweise das Gefühl, das erwartet wurde, ich müßte bereits alles können, prompt reagieren etc.
V. ist mega faul, wird quasi gar nicht dressurmäßig geritten, ist dementsprechend steif, und hört halt auch (noch) nicht richtig auf mich. Aber da muß ich mich erst reinfühlen, ich bin momentan noch überfordert damit, in jeder Situation zu erkennen, wie ich am besten reagiere. Und ihn ordentlich vorwärts zu reiten. Ich bin bisher nur ganz selten richtig faule Pferde geritten, das liegt mir eigentlich nicht so, muß mich da erst reinfinden bzw. V. muß erst akzeptieren, daß er zu laufen hat.

Womit ich derzeit auch schlecht klarkomme: V. wird mir zwar als mega gelassen beschrieben, ich finde ihn aber eher schreckhaft. Da reicht ein lauteres Türeschlagen und er macht einen Hüpfer. Freitag vorletzte Woche ist er sogar mal ne viertel lange Seite mit mir unterwegs gewesen… Wenn ich am Arbeiten bin, ist das nicht so schlimm, da hat man die Zügel kurz. Aber die Abreitephasen finde ich nicht so lustig dadurch, ich traue mich gar nicht richtig, die Zügel lang zu lassen.
G. ist auch nicht der mutigste, aber davon weit entfernt.

Also zeitweise hätte ich am liebsten glatt alles hingeschmissen am Freitag.

Der Unterschied ist sehr krass zwischen Pferd G., dass ich mehr oder weniger auswendig kenne mitlerweile, und V. Vom Charrakter her ist V. auch ein ganz lieber und freundlicher, im Gegensatz zu G. kann man mit ihm auch schmusen, also das ist überhaupt kein Problem. Am Freitag hat er sogar gewiehert, als ich nach dem Reiten an die Box kam. Aber bin realistisch, das war eher in Erwartung auf noch mehr Futter (seine Extraration hatte er bereits) 🙂

Ein weiterer Punkt: der neue Stall ist zwar so echt toll, und ich habe endlich wieder Reitstunde. Aber da ich dort noch niemanden kenne (was über ein Hallo rausgeht), ist es dort halt schon auch eher einsam. Gruppenreitstunde gibt es so auch nicht, allerdings Gruppen-Springstunde. Mal sehen, vielleicht kann ich da später mal mitmachen, ist kein „Hochleistungsspringen“.
In G.s Stall fühle ich mich halt doch mehr zuhause. Wenn die Besitzerin und einige der älteren Kids da sind, ist es eben richtig nett und ich bin gerne dort.

Jedenfalls verabschiede ich mich erst mal noch nicht von G., sondern fahre weiter Samstags hin, mache bißchen was mit ihm, und fühle mich wohl.
Unter der Woche wird er mitlerweile von einem Teenie regelmäßig geritten, daß paßt also ganz gut. Sonntags kommt meißt die Besitzerin, die derzeit allerdings auch privat völlig unter Wasser ist.
Ich bin trotzdem froh, daß ich jetzt nicht mehr unter der Woche hinmuß, das war mit der langen Anfahrt und Staugefahr echt stressig.

Ich war ja schon am überlegen, ob ich nicht doch lieber in einen richtigen Schulstall wechseln soll, davon gibts bei mir ums Eck ja auch 2. Da hätte ich Gruppenreitstunde und entsprechend Anschluß. Jedoch sicher nicht so leicht/schnell eine Reitbeteiligung, da natürlich mehr „Konkurrenz“ vorhanden, und wie es mit Einzelunterricht aussähe, weiß ich auch nicht. Zudem wäre das deutlich teurer, denn für meine neue RB zahle ich ja nix, die Besitzerin von V. will kein Geld haben. Ich habe also nur die Kosten für den Unterricht… und mal Äpfel, Möhren etc. für V., ein paar Zügel hab ich auch schon gekauft, da die vorhandenen zerschlissen waren.

Ach, ich laß es auf mich zukommen. Ist ja klar, daß es Zeit braucht, bis ich mich an V. gewöhnt habe. Habe keinen Entscheidungsdruck, höchstens der Zeitaufwand. 3*/Woche Reiten ist schon ganz schön viel.