Liebe „Generation App“,

wissen Sie was? Nichts ist unnützer als Haareschneiden und Rasenmähen. Gleich gefolgt von Reifenwechseln. Ich bin gerade in der Second Life Crisis. Ich fokussiere mich. Ich werde jetzt Nerd. Eine Art spätberufener Digital Native. Ich lebe dann den totalen digital Lifestyle aus, wild und ungehemmt. Meine Bibliothek tausche ich gegen iBooks, meine Reisepläne gegen GoogleEarth. Ich sende 180 Tweets per Minute und berausche mich am downloaden von Musik und Software. Ich bin der Schumi des Datenhighways. Ich besitze schon mehr Apps als Hirnzellen. Yeah! Und manchmal lasse ich sie wackeln. Einfach so – ohne eine einzige zu löschen. Ich hab‘ das Brain 2.0. Ich blogge wie blöde und sauge mehr als Vorwerk. Beim posten komme ich niemals aus der Puste. Chatlag haben die Anderen, ich hab‘ ne Doppelflatrate, das ist noch cooler als’n Burnout oder ein niedriges Handicap. Täglich sortiere ich meine MP3s. Ich habe auch mehr Handys als Ohren und statt Paninis sammle ich PIN-Codes, PUKs und TANs. Sogar meine Gurken bestelle ich jetzt online, die Socken digital bei Falke. Im iTunes-Supermarkt bekomme ich Tag & Nacht billige Updates. Echte Gefühle waren gestern, heute sind skypige Mood Messages. Auf Facebook habe auch ich wahre Freunde gefunden. Seit gestern besitze ich sogar mehr Podcastabos als meine Frau Schuhe. Noch nie gefiel mir soviel wie heute, denn „Gefällt mir“ ist mein täglich Mantra. Und wenn ich nicht mehr weiß wo ich bin, klicke ich auf meine Augmented Reality – App, meist bin ich dann zwischen Starbucks und McDonalds! Lost in Translation.

Herzlichst, …