Ich habs kommen gesehen. Sowas mußte dieses (in meinen Augen eher fragwürdige Gesetz) ja nachsich ziehen:

„Martin P. hatte sich vergeblich auf eine Stellenanzeige beworben, in der eine »Sekretärin« gesucht worden war. Für ihn war der Fall damit klar: Geschlechtsdiskriminierung! Ein Verstoß gegen Paragraf 7 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Mit der nicht geschlechtsneutralen Ausschreibung habe der Arbeitgeber gegen Paragraf 11 AGG verstoßen. Der solcherart Gedemütigte fühlte sich nunmehr gezwungen, die Verstöße der Antidiskriminierungsstelle der Bundesregierung anzuzeigen und eine Entschädigung in Höhe von drei Bruttomonatsgehältern einzufordern. Lediglich »der guten Ordnung halber« biete er an, »die unerfreuliche Angelegenheit« im Vergleichswege gegen Zahlung von anderthalb Monatsgehältern zu vergessen. Hochachtungsvoll.“

Artikel in der ZEIT.

Natürlich stimmt auch:
„Wer sich von vornherein nur mit dem Ziel bewirbt, eine Entschädigung zu kassieren, aber die Stelle eigentlich gar nicht will, begeht Rechtsmissbrauch, verliert alle Ansprüche, »und er erfüllt eigentlich den Straftatbestand des Betruges«, sagt Martin Diller. Tatsächlich vor Gericht stand deswegen allerdings noch niemand.“

Aber: es obliegt dem Arbeitgeber, nachzuweisen, daß der Bewerber/die Bewerberin nur auf Grund der Qualifikation abgelehnt worden ist.

Insgesamt wird die anscheinend sehr schwammige Gesetzesformulierung noch genügend Betätigungsfeld für Anwälte bieten.

Noch ein nettes Zitat aus dem Artikel:
„Der Bonner Juraprofessor Gregor Thüsing nennt es »Gesetzgebung auf Ikea-Niveau«. Und dann hat wohl jemand auch noch den Inbusschlüssel verschlampt.“

Die Allianz bietet inzwischen eine Versicherung gegen Diskriminierungsklagen an.