Am Abend des 16. Februar musste die Menschheit im Kampf gegen die Maschinen eine herbe Niederlage hinnehmen. Der IBM-Supercomputer Watson trat gegen die Jeopardy-Champions Ken Jennings und Brad Rutter an – und gewann. […]

Dass Watson genau über seinen Wetteinsatz nachdachte, bewies er bereits vorher im „Daily Double“, wo der Kandidat seinen Einsatz selbst festlegt. Besser hätte der Androide Data aus Star Trek nicht antworten können:
Trebek: „Was möchten Sie setzen?“
Watson: „Ich setze 6435 Dollar.“
Trebek: „Ich frage gar nicht erst.“

[…] Die Quiz-Anfragen bekam die Maschine als Text übermittelt, als sie auch den menschlichen Kandidaten vorgelesen wurden. Danach suchte sie im Archiv nach Wörtern, die mit der Anfrage in Verbindung stehen, wählt 50 bis 60 Informationseinheiten aus und erstellte aus maximal 200 Hypothesen ein Ranking.

Dabei griff Watson auf ein Lernmodul zurück. In einigen Fragen ging es um Geografie, in anderen war das Datum wichtig, bei dritten handelte es sich um ein Wortspiel. Anhand zehntausender Jeopardy-Fragen ermittelte Watson, welche Algorithmen welche Sorten von Fragen am besten beantworten. Die Top-3-Antworten gab das System am Bildschirm aus. Überschritt die Top-Antwort einen gewissen Schwellenwert, drückte Watson per Roboter-Arm auf den Buzzer und antwortete.

Wirklich grandios !! Dagegen ist DeepBlue ein Kindergeburtstag gewesen.

Watson besteht aus zehn kühlschrankgroßen Server-Racks, bestückt mit Power7-Servern. Insgesamt stehen ihm 2880 Prozessorkerne und 15 TByte RAM zur Verfügung. Internet-Zugang besitzt er nicht; IBM hat ihn aber unter anderem mit der Wikipedia und den letzten zehn Jahrgängen der New York Times gefüttert. „Von der Hardware her ist Watson sogar zehnmal stärker als Deep Blue. Doch im Vergleich zu Jeopardy ist Schach ein mathematisch leicht zu definierendes Spiel. Dort gibt es keine Doppeldeutigkeit, denn alles basiert auf einer begrenzten Anzahl von sehr präzisen Regeln“, so Ferrucci.

Quelle: heise.de