Helle Aufregung um log4j
Keine Ahnung, ob das Non-ITler:innen überhaupt mitbekommen: derzeit ist die ganze IT-Welt in Aufregung, und das nicht wegen Corona, sondern wegen einer durchaus dramatischen Sicherheitslücke in einer Java-Bibliothek namens log4j, die dazu dient, in Java-Programmen das Logging (= Protokollierung von Ereignissen zur Nachvollziehbarkeit) umzusetzen.
Warum ist das so kritisch?
Die Verwendung von log4j ist de facto Standard im Java-Umfeld, wird also dementsprechend sehr, sehr weitreichend eingesetzt. Dazu kommt, dass das Ausnutzen der Schwachstelle sehr simpel ist, dazu braucht es nicht viel. Stellen wie das BSI registrieren derzeit massiv viele Scans nach vulnerablen Systemen.
Zudem kann es sein, dass die Schwachstelle bereits vor dem allgemeinen Bekanntwerden ausgenutzt worden ist, Systeme also bereits kompromitiert sind (➡ Zero Day Exploit = keine Zeit zur Behebung vor Bekanntwerden). Zum Beispiel können dadurch Malware/ Ransomware/ Verschlüsselungstrojaner eingeschleust worden sein.
Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hat den Incident in die höchste Bedrohungsstufe „rot“ eingeordnet.
Und so ist nun große Aufregung und Aktivismus angesagt.
Bei uns ebenfalls
Auch bei mir im Unternehmen wird natürlich darauf im großen Stil reagiert. Wir haben jede Menge Anwendungen, die potentiell gefährdet sind und daher gepatcht werden müssen. Unsere Eigenentwicklungen aktualisieren wir natürlich selbst. Bei Fremd-Software muss mit dem Hersteller abgeklärt werden, ob die Software betroffen ist. Falls ja, müssen bereitgestellte Updates eingespielt werden. Bei Systemen, für die noch kein Fix vorliegt, müssen mitigierende Maßnahmen umgesetzt werden. Und das alles so zeitnah wie irgendmöglich.
Bis vor kurzem hieß es, die log4j-Version 2.15 sei sicher, also haben wir diese eingespielt. Nun ist herausgekommen, dass es auch dort noch Lücken gibt, daher muss jetzt auf 2.16 gepatcht werden. So erhält manche Anwendung nun innerhalb von 1,2 Tagen bereits den 2. Emergency-Fix.
Das alles führt zu erheblichen Aufwänden in unserer IT, außerdem können aus Zeitgründen nicht alle Anwendungen außerhalb der Arbeitszeit aktualisiert werden, so daß wir auch stellenweise Unterbrechungen verursachen. Und, last but not least, steht Weihnachten und damit Urlaubszeit vor der Tür. Aber die Problematik wird nicht in den kommenden 4 Tagen erledigt sein. Das bedeutet, wir müssen in machen Bereichen Notfall-Einsatzpläne aufstellen, falls sehr rasch erneut reagiert werden muß.
Was ist mit Otto-Normal-Userin?
Hier ist es wichtig, alle verfügbaren Updates einzuspielen. Sowohl auf PCs als auch Handys, Smart-TVs etc. pp. Was alles betroffen ist, kann ich auch nicht sagen. Für Keepass, iobroker, und auch Fritzboxen habe ich abgeklärt, dass sie nicht betroffen sind.
Mehr Infos
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
- heise.de
- Infosammlung der CISA (sowas wie das BSI der USA) inkl. (seeehr langer) Liste bedrohter Applikationen (Arbeitsstand)
Puh Keepass wäre auch im Beruf für mich übel, Fritzbox wird privat demnächst abgeschaltet . Sowas braucht man vor Weihnachten in der IT – jetzt weiß ich auch, warum unsere Jungs so im Stress sind…
Hallo Juna, freut mich dass ich zur Erhellung beitragen konnte 🙂
Fritzboxen sind übrigens nicht betroffen.
Das hab ich schon verstanden, aber die Fritzbox wird hier von der Elon-Musk-Technik abgelöst, denn wenn man nicht in einem Ballungsgebiet wohnt sind 0,1 – 0,5 MB Upload und 3-5 MB Download nicht wirklich die Grundlage für den Erhalt eines HomeOffice-Jobs im digitalen Bereich 😉 und bis die letzte Milchkanne an das Breitband angeschlossen ist (also auch wir) , wird es wohl länger dauern, als die Abschaltung der Kohlekraftwerke. Der Nachteil des Landlebens…
🙂 Dann wünsche ich Dir ganz viel Bandbreite mit der neuen Lösung 🙂
Die hört sich sehr spannend an, sagt mir allerdings so gar nix. Googlen hat mich jetzt auch nicht richtig weiter gebracht…
Ins Weltall wirst Du eher nicht fliegen (SpaxeX), ins Auto setzen zum Arbeiten wohl auch nicht (Tesla), mit künstlicher Intelligenz (OpenAI) oder Mensch-Maschine-Verbindungen (Neuralink) hat eine Breitband-Anbindung auch eher wenig zu tun…
Erhelle mich bitte 🙂
Upps. starlink.com erhellt dich 😉 – bis zu 150 MB – und wir wären schon mit einem Drittel zufrieden…
Ah, okay. Danke 🙂